Gedicht

Der Geist von Mülhausen

Den Geist zu greifen, ihn zu fassen:
Das Bild zeigt Sonne, Türme, Menschenmassen.
Ein Meer von Wolken sich hinzugesellt.
In zwei Hälften unser Bild zerfällt:

Des Bildes linke Hälfte zeigt,
wie im Nebel der Vergangenheit,
als Vorbild für die künft`ge Zeit,
liegt schwach verhüllt ein weiß` Gebäud`,
das stets Gäste hat erfreut.
Als Vorbild für des Betrachters Emsigkeit,
hält es die Vision der Zukunft klar bereit.

Des Bildes rechte Hälfte offenbart,
was noch nicht gewesen ward:
der Zukunft mögliche Geschichte,
wird dort gezeigt im hellen Lichte.

Verbunden sind des Bildes beide Seiten,
durch etwas, was sie eint, die Zeiten.
Denn sieht man in des Bildes Zentrum, Kern,
liegt`s dem Betrachter gar nicht fern,
zu sehen all die vielen Leut`,
die den Geist lebendig halten heut`.
Zusammen ver-einen sie die Zeiten
und über-brücken des Bildes beide Seiten.
Doch gucken wir nun auf`s Detail.
Denn erfahren kann man viel dabei.

Da ist zunächst die frühe Zeit.
Den Rat für Morgen hält sie stets bereit.
Und auch das Handeln jetzt und hier,
ruht auf dem Grunde eines WIR,
das emsig, schlau und mutig ganz
unsre Schule bildet – in ihrem Glanz.
Unsre Tradition ist dem WIR Ermutigung,
ist Vorbild, Maßstab und Verankerung.
Die Zukunft fest und klar im Blick,
ist gute Tradition Bedingung für`s Geschick,
das viele investieren in unsre Schule gern,
zum Wohle aller Schüler, die leben nah und fern.

Eines scheint somit sonnenklar,
und glaubt`s mir, es ist wahr:
Der Schule eifriger, guter Geist,
sich aus Vergangenem doch speist.
Vergangnes meint hier nichts Negatives,
nichts Übles, schlechthin modrig Fieses.
Vielmehr meint es: Religio, Verbundenheit,
und das Gute fest bewahren, bis in die ferne Zeit.

Schauen wir nun in die Zukunft hinein,
und fragen uns: Was wird denn sein?
Betrachten wir das Bilde klar,
dann wird uns evident ganz wahr:
Die Zukunft unsrer Schul` wird strahlen,
wird sich im hellen Lichte aalen.
Die Sonne wird stets scheinen hell,
der Geist der Schul`: ein munterer Gesell`.

Sicher zweifelst du – du Leser dieses Poem – ,
wird es wirklich so geschehen?
Die Frage ist ganz klug und logisch –
Meine Antwort, sie ist kategorisch:
Die Zukunft unsrer Schule fein,
wird entsprechend diesem Bilde sein:
Bestrahlt vom Licht – hell, deutlich, klar,
die Zukunft wird sein ganz wunderbar!

Doch die Bedingung ich ins Zentrum rück,
es sind die Menschen, die bilden eine Brück`.
Sie einen Vergangenheit und Zukunft stark,
und retten, was unsre Tradition verbarg.
Voll Vertrauen auf den einen Gott,
machen sie eifrig unsre Schule flott.
– Verzeiht mir diesen Reim ganz bitter,
aber `bin weder Rhetor, noch der Sprache Ritter –

Was sind denn dies für Menschen nun,
die Gutes für die Schule tun?
Mütter, Väter (Eltern halt),
die formen unsrer Schul` Gestalt.
Vor allem die Lehrer – alte, neue –
tun Gutes für die Schul` in Treue.
Schüler – ehemalige und die von heute –
gehören denn auch zur Schar der Leute.
Ganz zum Schluss, ich die Wichtigsten noch nennen muss:
Ich hab` immer zu Ihnen aufgeschaut,
was sie so alles haben aufgebaut.
Es sind die Schwestern Unsrer Lieben Frau,
die in fleiß`ger Gottesschau,
jenen Geist stets wachgehalten,
drum will ich sie in Ehren halten.
Alle zusammen sind sie ein großes WIR,
Pro Schola nennen wir es hier.

Unter der Heiligen Maria liebenden Hände,
die es schützt: das Schulgelände,
und dazu das ganze Weltgebäude,
sei Segen all den Menschen heute.

Am Ende dieses kleinen Poem,
soll noch ein großes Danke stehn.
An alle, die voll Tatenkraft,
haben Gutes für die Schul` geschafft.

Tobias Davids
November 2002

Der gute Geist von Mülhausen

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